Ein Überblick über die wichtigsten Optionen: von natürlichen Ansätzen bis zu medizinischen Verfahren.

Natürliche und alternative Methoden
Viele Hebammen setzen zunächst auf sanfte Begleitung. Der Körper schüttet eigene Endorphine aus, wenn man sich geborgen und entspannt fühlt.
Vorbereitung und die ersten Wehen
Atemtechniken helfen, während der Wehen nicht zu verkrampfen. Manche Frauen nutzen außerdem Homöopathie zur Entspannung.
Zu den gebräuchlichen Methoden in dieser Phase gehören:
- Wärme und Wasser: Ein warmes Bad entlastet den Körper und kann die Wehen erträglicher machen.
- Akupunktur: Kann helfen, den Muttermund weicher zu machen und die Wehenabstände zu regulieren.
- TENS: Ein TENS-Gerät sendet leichte elektrische Impulse über Klebepads am Rücken, die Schmerzsignale überlagern.
Medikamentöse Schmerzlinderung
Wenn natürliche Methoden nicht mehr ausreichen, stehen medizinische Optionen zur Verfügung, die auf die jeweilige Situation abgestimmt werden.
Lachgas und intravenöse Schmerzmittel
Lachgas wird über eine Maske zu Beginn einer Wehe eingeatmet. Es nimmt den Schmerz nicht vollständig, dämpft ihn aber deutlich und erzeugt ein leicht distanziertes Gefühl. Es wirkt schnell und ist nach dem Ausatmen rasch wieder aus dem Körper.
Bei stärkeren Schmerzen können Opioide über einen Tropf gegeben werden. Kurz vor der Geburt verabreicht, können sie beim Neugeborenen zu Anpassungsschwierigkeiten oder flacherer Atmung führen – deshalb kommen sie meist in den mittleren Geburtsphasen zum Einsatz.

Periduralanästhesie (PDA) und regionale Verfahren
Die PDA ist die verbreitetste Form der medikamentösen Schmerzlinderung unter der Geburt. Sie wird meist gelegt, wenn der Muttermund etwa 3 bis 4 Zentimeter geöffnet ist und die Wehen regelmäßig und stark sind.
Ein feiner Katheter wird in den Periduralraum am unteren Rücken eingeführt, über den kontinuierlich Betäubungsmittel verabreicht werden. Die Schmerzen lassen meist stark nach, die Frau bleibt bei Bewusstsein.
Mögliche Nebenwirkungen der PDA:
- Vorübergehender Blutdruckabfall bei der Mutter
- Kopfschmerzen nach der Punktion (selten)
- Mögliche Verlängerung der Geburtsphase, da der Pressdrang abnehmen kann
PDA und Spinalanästhesie im Vergleich
Bei einem Kaiserschnitt wird häufig auf Vollnarkose verzichtet. Die PDA wirkt über einen Katheter schrittweise und langanhaltend; die Spinalanästhesie ist eine einmalige, tiefer gesetzte Injektion, die innerhalb weniger Minuten wirkt. Sie wird daher beim geplanten oder eiligen Kaiserschnitt bevorzugt.
Schmerzlinderung in der Austreibungsphase
Wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist, wird eine laufende PDA häufig etwas reduziert, damit der Druck des kindlichen Köpfchens spürbar bleibt und aktiv mitgepresst werden kann.
Sind Instrumente wie eine Saugglocke nötig, kann eine Pudendusblockade eingesetzt werden. Sie betäubt gezielt den Scheiden- und Dammbereich, ohne die Wehentätigkeit zu schwächen. Das Gefühl für das Pressen kann dabei etwas abnehmen.
Für einen Dammschnitt wird in der Regel eine lokale Betäubung gesetzt, sodass weder der Schnitt noch das spätere Vernähen schmerzhaft ist.

Fazit: Ihr Weg, Ihre Entscheidung
Es gibt keinen einzig richtigen Weg. Viele Frauen kombinieren verschiedene Ansätze – beginnen mit Atemtechniken und Wärme, greifen bei Bedarf auf Lachgas oder PDA zurück.
Praktischer Tipp: Halten Sie Ihre Wünsche zur Schmerzlinderung im Geburtsplan fest, bleiben Sie aber offen für Veränderungen. Besprechen Sie die Optionen frühzeitig mit Ihrer Hebamme oder dem medizinischen Personal.
