Laut aktuellen AWMF-Leitlinien ist Fieber keine Fehlfunktion, sondern eine sinnvolle Reaktion des Immunsystems. Behandelt wird das Kind, nicht der Messwert.
Spielt ein Kind trotz 39 Grad noch zufrieden, besteht kein akuter Handlungsbedarf. Leidet es sichtbar bei 38,5 Grad, sollte man handeln.
Warum Fieber oft kein Alarmsignal ist
Der Körper erhöht die Temperatur gezielt: Krankheitserreger vermehren sich bei Wärme schlechter, Abwehrzellen arbeiten aktiver.

Erhöhte Temperatur und Fieber sind nicht dasselbe. Solange das Kind sich nicht schlecht fühlt, gilt laut Leitlinie: Wohlbefinden geht vor Messwert.
Wohlbefinden vor Messwert
Aktuelle Leitlinien bewerten nicht die Temperatur allein, sondern den Allgemeinzustand des Kindes.
- Spielverhalten: Baut das Kind mit 39 Grad noch Lego, braucht es keine Medizin.
- Drinking behavior Wer regelmäßig trinkt, kommt gut durch den Infekt. Trinkverweigerung ist ein Warnsignal.
- Schlaf: Ruhiger Schlaf hilft. Das Kind muss dafür nicht geweckt werden.
Wirkt das Kind sichtlich elend, darf sofort gehandelt werden.
Paracetamol oder Ibuprofen – nicht im Wechsel
Den Wechsel zwischen Paracetamol und Ibuprofen empfehlen aktuelle Leitlinien nicht mehr: Er erhöht das Risiko einer Überdosierung, ohne mehr Linderung zu bringen. Besser einen Wirkstoff wählen und dabei bleiben.
Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht, nicht nach dem Alter.
- Take breaks: Zwischen zwei Gaben sechs bis acht Stunden warten.
- Check concentration: Normaler Saft und „Forte“-Saft haben unterschiedliche Wirkstoffmengen – beim Abmessen genau unterscheiden.
Ein Kind, das ruhig schläft, braucht kein Fiebermittel – unabhängig vom Messwert.
Wadenwickel und Flüssigkeit
Damit fiebernde Kinder genug trinken, helfen manchmal wässriges Obst, verdünnter Saft oder ein Wassereis. Ruhiges Liegen hilft dem Körper, Wärme abzugeben.
![[Image: A simple line drawing of a person's lower leg. A damp cloth is wrapped around the calf. Text overlay reads: 'Warm feet only'.].](https://elternundfamily.de/wp-content/uploads/2026/05/c205f6e0-451f-4c4f-bee9-03b22959f0ad.png)
Wadenwickel können Wärme entziehen – aber nur bei guter Durchblutung:
- Nur bei warmen Füßen und Händen anwenden.
- Lauwarmes, kein eiskaltes Wasser verwenden.
- Die Tücher nach etwa zehn Minuten entfernen.
- Sofort abbrechen, wenn das Kind friert.
Wann zum Arzt?
Bei Säuglingen unter drei Monaten ist jeder Wert ab 38 °C ein Grund, ärztlichen Rat zu suchen. Bei älteren Kindern sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn:
- das Fieber länger als drei Tage anhält,
- das Kind apathisch ist oder nichts trinkt,
- ein roter Ausschlag beim Glastest nicht verblasst.
Ein Fieberkrampf wirkt beängstigend, ist aber meist vorübergehend. Erste Hilfe: Ruhe bewahren, das Kind weich ablegen, vor Verletzungen schützen, Notruf wählen – nicht festhalten.
Gelassener durch die Fiebernacht
Spielverhalten und Trinkmenge beobachten, bevor zum Medikament gegriffen wird – das ist der Kern der aktuellen Empfehlungen. In den meisten Fällen zeigt Fieber, dass das Immunsystem arbeitet.
